Was musst du bezahlen, wenn weniger Kunden kommen?
Viele unternehmerische Entscheidungen werden unter der Annahme getroffen, dass sich die Nachfrage wie geplant entwickelt. Für eine realistische Planung lohnt es sich jedoch, auch schwächere Monate einzubeziehen. Gerade dann zeigt sich, welche finanziellen Verpflichtungen unabhängig vom Umsatz bestehen bleiben. Als eigenständiger Unternehmer bist du nicht nur für dein Business verantwortlich, sondern auch für deinen Lebensunterhalt.
Feste Verpflichtungen und verkaufsabhängige Kosten unterscheiden
Für die wirtschaftliche Betrachtung ist die Unterscheidung zwischen festen und variablen Kosten besonders wichtig. Zu den festen Verpflichtungen können beispielsweise Miete, Versicherungen, vertraglich vereinbarte Gebühren oder weitere laufende Betriebskosten zählen. Verkaufsabhängige Kosten entstehen dagegen überwiegend dann, wenn tatsächlich Umsatz erzielt wird. Dazu gehören etwa Kaffee, Milch, Becher oder andere Verbrauchsmaterialien.
Wenn weniger Kunden kommen, sinken in der Regel die Ausgaben für Waren und Verbrauchsmaterialien. Viele feste Verpflichtungen laufen jedoch unverändert weiter.
Je höher diese festen Zahlungen ausfallen, desto mehr Umsatz muss erwirtschaftet werden, um die laufenden Kosten eines Betriebs zu decken. Deshalb sollte die Kostenstruktur immer gemeinsam mit dem erwarteten Umsatz betrachtet werden.
Warum auch deine Arbeitszeit und Lebenshaltung zählen
Gerade in der Selbstständigkeit kannst du manche geschäftlichen Entscheidungen nicht komplett von deinen privaten trennen. Ein kleines Café zu eröffnen, Kosten aufzustellen und gleichzeitig private Ausgabe mitzubedenken, führt oft dazu, dass die geschäftlichen Investitionen vorrangig betrachte werden. Für die wirtschaftliche Realität ist aber auch wichtig, ob das Geschäft langfristig deinen persönlichen Lebensunterhalt tragen kann. Denn auch als Gründer möchtest du von deinem Unternehmen leben können.
Wenn du ein Café betreibst, investierst du nicht nur Geld, sondern auch Arbeitszeit. Gleichzeitig laufen deine privaten Ausgaben wie Wohnen, Versicherungen oder Lebensmittelbedarf weiter. Deshalb reicht es nicht aus, wenn nach Abzug der betrieblichen Kosten nur ein geringer Betrag übrigbleibt.